Von Adipositas spricht man bei einem Übergewicht, das der Gesundheit schaden kann. Adipositas ist eine chronische Krankheit, die mit eingeschränkter Lebensqualität und hohem Risiko für Folgeerkrankungen einhergeht. Betroffene leiden aber nicht nur unter den körperlichen Folgen, sondern auch unter der Diskriminierung in der Bevölkerung.

Was genau ist Adipositas?

 

In der medizinischen Fachsprache bedeutet Adipositas eine Ansammlung von Fettgewebe des Körpers, die den normalen Wert übersteigt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Grundsätzlich entsteht Adipositas über einen längeren Zeitraum, wenn  die Energiezufuhr den Energieverbrauch des Körpers übersteigt.

Diese Fettleibigkeit hat ein enormes Risiko auf die Gesundheit des Menschen und führt zu verschiedenen, teils tödlichen Krankheiten. Vor allem das Herz-Kreislaufsystem und der Bewegungsapparat werden durch die überzähligen Pfunde in Mitleidenschaft gezogen. Außerdem erhöht Adipositas das Risiko für weitere Erkrankungen wie beispielsweise die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), das Schlafapnoe-Syndrom und oder auch für Komplikationen während einer Schwangerschaft.

 

In unserer heutigen Zeit werden immer mehr Menschen fettleibig, sodass die Bekämpfung von Adipositas für die Gesellschaft in der Zukunft eine schwierige Herausforderung sein wird. Laut verschiedenen Studien ist jeder dritte Mensch auf der Welt unter Fettleibigkeit leidet. Diese leben vor allem in den USA, Mexiko, Nahen Osten, aber auch in Europa, und vor allem in Deutschland. Hier schätzt die Deutsche Adipositas Gesellschaft die Zahl der Übergewichtigen bei ca. 16 Millionen.

Symptome:

Adipositas beeinträchtigt zum einen zahlreiche Organsysteme und kann daher ausgeprägte körperliche Beschwerden und Folgeerkrankungen hervorrufen. Zum anderen leiden adipöse Menschen häufig unter Diskriminierung, Mobbing und Vorurteilen. Dies ist psychisch enorm belastend und kann somit auch zahlreiche psychische Störungen verursachen.

Körperliche Symptome:

Je ausgeprägter das Übergewicht ist und je länger es besteht, desto größer sind in der Regel die körperlichen Beschwerden.

Eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit:

Das Herz-Kreislaufsystem wird durch das Übergewicht besonders beansprucht. Bereits geringe körperliche Belastungen werden durch das Gewicht zu einem anstrengenden Unterfangen. Das liegt einerseits aus der Gewichtslast, aber auch daran, dass insgesamt mehr Gewebe durchblutet werden muss.

Kurzatmigkeit, bzw. Atemnot, sind erste Zeichen von stark eingeschränkter körperlichen Leistungsfähigkeit. Diese entsteht, wenn herz und Lunge den erhöhten Sauerstoffbedarfs des Körpers nicht mehr kompensieren können, sodass ein Sauerstoffmangel im Blut entsteht. 
Da jede körperliche Aktivität aufgrund des zusätzlichen Gewichts sehr anstrengend und aufgrund der Atemnot unangenehm ist, scheuen viele Menschen mit Adipositas körperliche Anstrengung. Doch gerade der Bewegungsmangel kann eine Hauptursache für Adipositas sein. Es kann daraus ein Teufelskreis aus Bewegungsmangel und Gewichtzunahme entstehen, der das Gewicht immer weiter nach oben treibt.

Vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrosis)

Menschen mit einer Fettsucht schwitzen häufig übermäßig. Ein Grund dafür ist die gewichtsbedingte vermehrte körperliche Belastung, ein weiterer die schlechtere Wärmeableitung über das Fettgewebe. Vielen Menschen mit Adipositas ist das Schwitzen sehr unangenehm.

Gelenkverschleiß

Neben dem Herz-Kreislauf-System leidet vor allem der Bewegungsapparat unter der Adipositas. Durch die hohe Belastung auf die Gelenke verschleißen diese vorzeitig. Dabei wird nach und nach die feine Knorpelschicht in verschiedenen Gelenken irreparabel zerstört (Arthrose). Besonders häufig sind Knie-, Hüftgelenk und Sprunggelenk betroffen. Adipositas kann zudem zu einem vorzeitigen Verschleiß der Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern führen und somit auch eine bedeutende Ursache für einen Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) sein.

Psychische Probleme

Menschen mit Adipositas werden häufig aufgrund ihres Gewichts diskriminiert. Umfragen konnten zeigen, dass zwei Drittel der Deutschen die Gründe für Adipositas in Bewegungsfaulheit und übermäßigem Essen vermuten. Die meisten Befragten gingen davon aus, dass die Fettleibigkeit selbst verschuldet sei. Mit diesen pauschalen Bewertungen werden die Betroffenen häufig im Alltag konfrontiert, was das unkontrollierte Essverhalten und den sozialen Rückzug noch verstärken kann.

Die Stigmatisierung kann Auslöser zahlreicher psychischer Erkrankungen sein: Menschen mit Adipositas leiden beispielsweise vermehrt unter Depression und Angststörungen. Besonders Kinder und Jugendliche trifft die sozialen Isolation und der Ablehnung durch Gleichaltrige. Negative prägende Erfahrungen in diesem Alter können die psychische Gesundheit der Heranwachsenden massiv stören und nachhaltige psychische Störungen verursachen.

Untersuchungen und Diagnose:

Bei Beschwerden wegen des zunehmenden Körpergewichts sollten sie ein Gespräch mit ihren Arzt aufsuchen. Dieser erklärt Ihnen, was die Ursachen sein könnten und wie man sie am effektivsten bekämpft. Dabei wird Ihnen klassische Fragen gestellt, wie zum Beispiel:

  • wie lange besteht das Übergewicht schon?
  • Hatten Sie schon immer Probleme mit Gewichten
  • Nehmen Sie weiter zu etc.

Dann wird der Arzt höchstwahrscheinlich das Ausmaß der überhöhten Adipositas berechnen durch das Berechnen des BODY-MASS INDEX (BMI). Dabei wird das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße gesetzt. Der Body-Mass-Index berechnet sich aus dem Gewicht, geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat, oder als Formel: BMI = Gewicht [kg] / (Körpergröße [m])2