Depression

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Depression

 

Was sind Depressionen?

 

Eine Depression ist eine schwere psychische Störung. Diese beeinträchtigt den Menschen in Form von Antrieb-und Lustlosigkeit, Niedergeschlagenheit und Interesseverlust. Diese Gefühle halten über eine längere Zeit an.

 

Es gibt verschiedene Arten von Depression:

 

Rezidivierende depressive Störung

 

Die rezidivierende depressive Störung, bei der die Betroffenen immer wiederkehrende depressive Episoden durchleben, ist die häufigste Form der Depression.

Für Frauen ist die Wahrscheinlichkeit, eine rezidivierende Depression zu entwickeln, höher als für Männer. Auch für Patienten, die jung oder erst im höheren Lebensalter an einer Depression erkranken, ist das Risiko erhöht.

Die immer wiederkehrenden depressiven Episoden verursachen einen starken Leidensdruck. Das Leben der Betroffenen wird durch die Erkrankung sehr eingeschränkt. Häufig können sie ihren Beruf nicht mehr ausüben. Auch die sozialen Beziehungen werden durch die depressiven Phasen belastet und können zerbrechen.

 

 

 

 

 

Chronische Depression

 

 

 

Bei manchen Menschen verläuft die Depression nicht in Phasen, sondern sie leiden kontinuierlich unter depressiven Symptomen. Bei solchen chronischen Depressionen sind die depressiven Symptome meist weniger stark ausgeprägt als bei einem episodischen Verlauf. Mediziner bezeichnen das dann als Dysthymia. Diese Form der Depression wird häufig nicht erkannt – sogar die betroffenen selbst erleben ihre niedergedrückte Stimmung häufig als normal. Trotzdem beeinträchtigt auch eine weniger starke chronische Depression erheblich Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und soziale Beziehungen der Patienten.

 

 

Bipolare Störung

 

 

 

Sobald neben den depressiven auch manische Phasen auftauchen, liegt eine Bipolare Störung vor. Die Betroffenen pendeln dann zwischen zwei emotionalen Polen: Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit einerseits und extremer Euphorie, Selbstüberschätzung und übertriebenem Aktionismus andererseits. Früher bezeichnete man diese Form daher auch als manisch-depressive Störung.

 

 

 

 

 

 

Ursachen von Depressionen

 

 

Die Ursachen von Depressionen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass verschiedene psychische und äußere Faktoren es verursachen.

 

Biologische Einflüsse

 

Gestörter Botenstoffwechsel im Gehirn

Es gibt Hinweise darauf, dass während einer Depression die Hirntätigkeit beziehungsweise der Hirnstoffwechsel verändert ist. Bei jedem Sinneseindruck, jedem Gefühl und jedem Gedanken sind Nervenzellen aktiv. Sie kommunizieren untereinander über elektrische Impulse und Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter. Manche Experten gehen davon aus, dass ein niedriger Noradrenalin- oder Serotoninspiegel für eine Depression mit verantwortlich sind. Dadurch ist der Austausch zwischen den Nervenzellen gestört. Das schlägt sich auch in den Gefühlen und Gedanken nieder und begünstigt Antriebslosigkeit, Appetitmangel oder Schlaflosigkeit.

Einen Hinweis auf den Einfluss von Neurotransmittern liefert die erfolgreiche Wirkung entsprechender Medikamente. So werden zur Behandlung von Depression heutzutage vor allem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) eingesetzt. Sie bewirken, dass der Serotoninspiegel steigt, und können so die Symptome einer depressiven Episode verbessern. Nicht erklären lässt sich mit dieser Hypothese jedoch, warum es meist tage und Wochen dauert, bis die Medikamente wirken.

Fehlregulierte Stresshormone

Andere Erklärungsansätze machen eine Fehlregulation der Stresshormone (Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol) für die Depression verantwortlich. So wurde bei depressiven Menschen ein erhöhter Cortisolspiegel festgestellt. Cortisol ist ein Hormon, das bei Stress in der Nebennierenrinde produziert wird. Im gesunden Organismus wird die Ausschüttung von Cortisol kontrolliert und gegebenenfalls gestoppt. Diese wichtige Regulation scheint bei depressiven Menschen nicht zu funktionieren. Die hohe Cortisolausschüttung kann zu Schädigungen im Gehirn führen. Die genauen Vorgänge sind jedoch noch unklar.

 

Genetische Einflüsse

 

Zwillings- und Adoptionsstudien haben belegt, dass Depressionen auch eine genetische Wurzel haben. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, ist erhöht, wenn die Erkrankung bereits in der Familie aufgetreten ist. So haben Kinder, deren Eltern beide an einer Depression leiden, ein Erkrankungsrisiko von circa 55 Prozent. Wenn sich eine Depression früh im Leben entwickelt, ist das Risiko für verwandte Personen besonders groß. Demnach ist die Veranlagung für Depressionen vererbbar. Allerdings sind die Gene nicht alleine für das Auftreten einer Depression verantwortlich. Auch die Umweltfaktoren gehören zu den Ursachen: Depression wird durch schwierige Lebensbedingungen begünstig.

 

Psychosoziale Einflüsse

 

Stress als Auslöser

 

Grundsätzlich geht man heute davon aus, dass Stress bei der Entstehung einer Depression eine entscheidende Rolle spielt. Umgekehrt verursacht eine Depression selbst Stress, beispielsweise wenn der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann oder es zu Spannungen mit dem sozialen Umfeld kommt.

Manche Lebensphasen sind per se mit verstärktem Stress verbunden. Dazu gehören beispielsweise die Pubertät oder auch der Eintritt in die Rente. In solchen Phasen steigt das Depressionsrisiko.

Entscheidende Lebensereignisse gehen mit mehr Stress einher. Dazu gehören negative Erfahrungen wie ein Jobverlust, Trennung, der Verlust eines nahestehenden Menschen oder das Erhalten einer gravierenden Krankheitsdiagnose. Allerdings verursachen auch positive Ereignisse wie eine Beförderung, die Geburt eines Kindes oder eine Hochzeit Stress und lassen die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken, steigen.

Tatsächlich berichten Menschen mit Depressionen häufig von schwierigen Lebensereignissen, die ihnen vor Ausbruch der Krankheit widerfahren sind. Ob eine Lebenskrise in eine Depression mündet, hängt dann von der jeweiligen Persönlichkeit und ihrem Umgang mit Stress ab. Außerdem spielen die genetische Veranlagung und die biologischen Einflüsse eine Rolle. In vielen Fällen taucht eine Depression aber auch scheinbar aus dem Nichts auf.

Vulnerabilität

Ein besonders großes Risiko, eine Depression zu entwickeln, haben Menschen mit einer hohen Verletzlichkeit (Vulnerabilität). Traumatische Erlebnisse, wie zum Beispiel Missbrauch oder Vernachlässigung in der Kindheit, erhöhen die Vulnerabilität. Aber auch weniger gravierende negative Erfahrungen können die Depressionsneigung verstärken. Nachfolgend haben diese Menschen größere Schwierigkeiten, mit belastenden Situationen fertig zu werden als Menschen, die durch günstigere Lebensumstände geprägt wurden. Solche schützenden Lebenserfahrungen fördern die sogenannte Resilienz – die Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress.

 

Therapie:

 

 

Es ist möglich, Depression mithilfe von verschiedenen Medikamenten, die den Hormonspiegel und Neurotransmitterspiegel regulieren, zu behandeln. Mit der richtigen Dosierung sollte eine Verbesserung nach wenigen Wochen bemerkbar sein. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, werden die Medikamentenbehandlungen von kleinen Elektroschocker Therapien unterstützt, die die Neurotransmitter des Gehirns stimulieren.